Kirchgemeinde Röschenz

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"Angebot des Bischofs von Firmlingen angelehnt"..... das heisst: "Bitte der Firmlinge vom Bischof abgelehnt"

Ich will und kann nicht beurteilen, wo und bei wem die grundlegendste Ursache zum Konflikt Röschenz/Bistum zu suchen ist, aber ich finde, der Titel "Angebot des Bischofs von den Firmlingen abgelehnt" in der KIPA vom 03.03.07 streut dem Leser Sand in die Augen. Die Firmanden haben sich aufgrund des Angebotes des Bischofs an ihn gewandt, an seine Menschlichkeit appeliert, Franz Sabo beim Firmgottesdienst mitwirken zu lassen. Korrekt müsste es meines Erachtens also heissen: "Bitte der Firmlinge vom Bischof abgelehnt". Mir tun die jungen Menschen leid, die erfahren müssen, dass in der Kirche Vorschriften und Gesetze über den Menschen gestellt werden. Ich habe darum folgenden Brief an die Firmanden und Firmandinnen gerichtet.


Liebe Firmanden
Liebe Firmandinnen

In der letzten Zeit habe ich oft an euch gedacht. Einen Lichtblick gab es sicher für euch, als der Vorschlag gemacht wurde, die verschiedenen „Parteien“ sollen sich nochmals zu einer Aussprache zusammenfinden.

Einander zuhören heisst: aufeinander zugehen.

Nach dem neusten Bericht in der Basler Zeitung vom 03.04.07 fragte ich mich, was jetzt wohl in eurem Denken, vor allem aber in euren Herzen vor sich geht. Meine Erfahrungen mit Jugendlichen – 40 Jahre Lehrerin an der Oberstufe – habe ich nicht aus der Theorie, sondern aus der Praxis geschöpft. Und so glaube ich, dass ich mich in euch hineindenken, mich in euch hineinfühlen und auch mit euch traurig sein kann.

Ich will nicht beurteilen, wo der grundlegendste Anstoss zu diesem Konflikt entstanden ist, nein, ich möchte euch mit diesem Brief ermuntern: Verharrt nicht im „Karfreitagsgeschehen“! Ostern ist stärker, sie soll eure Hoffnung sein! Die österliche Befreiung – so hoffe ich mit euch – kann nicht durch Vorschriften und Gesetze der „Amtskirche“ unterdrückt und zum Schweigen gebracht werden, denn Jesus hat in seinem Leben „Karfreitagsfesseln“ immer wieder gesprengt. Und so hoffe ich, dass der Hl. Geist euch mit einer grossen inneren Kraft erfüllt, direkt und nicht auf „Umwegen“….

Ich habe meinen Schülern immer wieder gesagt: „Es gibt nicht die Wahrheit, sondern so viele Wahrheiten wie es Menschen gibt, die nach der Wahrheit suchen. Macht euch auf den Weg, sucht und sucht, bleibt aber nie in den „religiösen Kinderschuhen“ stecken!“ Ich weiss, diese Aussage ist für viele ketzerisch… Ob sie Jesus v. N. auch als ketzerisch verurteilen würde?

In Verbundenheit grüsst euch

Irène Bento



Irène Bento, Studium als Primar- und Sekundarlehrerin in Ingenbohl, 12 Jahr tätig an der Sek. in Triengen (LU), 28 Jahre an der Sek. in Hägglingen. Von 1987 bis 2007 Mitglied der Kirchenpflege / davon 16 Jahren Präsidentin.

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