Kirchgemeinde Röschenz

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Stellungnahme der Herbert-Haag-Stiftung für Freiheit in der Kirche zum Offenen Brief von Bischof Kurt Koch vom 28. März 2006 an Prof. Hans Küng

Bischof Kurt Koch hat in einem sechsseitigen Offenen Brief an Prof. Hans Küng zur Auszeichnung der Kirchgemeinde Röschenz anlässlich der Preisverleihung der Herbert-Haag-Stiftung für Freiheit in der Kirche vom 20. März 2006 Stellung genommen. Dazu hält die Stiftung für Freiheit in der Kirche fest:

1. Wir freuen uns, dass die Bistumsleitung unserer Preisverleihung die gebührende Beachtung schenkt.

2. Obwohl Bischof Kurt Koch im Brief sein Verhalten gegenüber Franz Sabo ausführlich rechtfertigt, halten wir fest, dass die Stiftung für Freiheit in der Kirche die Kirchgemeinde Röschenz ausgezeichnet hat und sich zu Franz Sabo nicht geäussert und auch zum Streitfall nicht Stellung bezogen hat.

3. Die zentrale Kritik der Stiftung für Freiheit in der Kirche betrifft das Fehlen einer Verwaltungsgerichtsbarkeit in der katholischen Kirche, wie sie von Papst Paul VI. und der Bischofssynode 1967 beschlossen, jedoch von Johannes Paul II. im Kirchenrecht von 1983 nicht umgesetzt wurde. Dazu nimmt Bischof Kurt Koch leider mit keinem Wort Stellung.

4. Aus diesem schwerwiegenden Mangel ergibt sich die Notwendigkeit, dass Kirchgemeinden als öffentlich-rechtliche Körperschaften jene Grundrechte verbürgen, welche die hierarchische Kirche nicht gewährleistet. Dass die Kirchgemeinde Röschenz in diesem Streit alles versucht hat, um ihrem Auftrag gerecht zu werden, ist der Grund für die Auszeichnung durch die Stiftung für Freiheit in der Kirche.

5. Eine Auszeichnung ist kein Gerichtsverfahren. Darum verzichten wir darauf, auf alle Einzelheiten des Offenen Briefs einzugehen. Dass Prof. Hans Küng "öffentliche Denk- und Diskussionsverbote" erlassen oder einer "Verstaatlichung der Kirche" das Wort geredet hätte, ist ohnehin unsinnig. Wir halten am Aufruf zur Versöhnung, den Prof. Hans Küng und Nationalrätin Rosmarie Zapfl zur Lösung des Konflikts ausgesprochen haben, fest. Wir bedauern, dass Bischof Kurt Koch dem Anliegen im Prinzip zwar zustimmt, dann aber doch viele Einwände dagegen geltend macht. Versöhnung aber ist nie "inopportun".

Luzern, 28. März 2006 Dr. Erwin Koller, Vizepräsident

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