Kirchgemeinde Röschenz

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St.Anna



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Schreiben unseres Pfarrers an Bischof Kurt Koch

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich möchte mich dafür bedanken, dass ich unser Anliegen hier vertreten darf. Und ich danke Ihnen dafür, dass diese Sondersynode stattfindet.

Wir sind froh darüber: nicht nur, weil es um uns geht, sondern weil ein derartiges Problem jeden von Ihnen jederzeit ebenfalls treffen kann.

Ich werde nicht mehr auf die bereits veröffentlichen Details eingehen, diese sind wohl zu Genüge bekannt.

Die eindrucksvollen Ausführungen des Herrn Generalvikars sowie die bisherigen Äusserungen des Bistums lassen ja durchaus den Schluss zu, die Bistumsleitung habe in vollständiger Wahrnehmung ihrer Verantwortung und im Einvernehmen mit dem Gesetz gehandelt:

Einmal Franz Sabo gegenüber, den man sicherlich in bester Absicht vor der Erniedrigung einer Festnahme und Durchsuchung durch die Polizei schützen wollte und daher erst einmal interne Abklärungen vorgenommen hat. Selbstverständlich haben die Vorwürfe sexuellen Missbrauchs von Kindern ja nicht das Geringste mit dem Entzug der Missio zu tun, aber da es den Vorwurf nun einmal gab, musste man ja handeln.

Und dann natürlich uns als Kirchgemeinde gegenüber, indem man uns sicherlich das Debakel eines Pädophilievorwurfes in der Gemeinde und die damit verbundenen Probleme ersparen wollte.

Zudem ja der Bischof auch über ein zerrüttetes Vertrauensverhältnis verfügt, was gemäss kanonischem Recht ein ausreichender Kündigungsgrund ist und daher für die Öffentlichkeit als Begründung für den Entzug der Missio Franz Sabos genügen dürfte.

Wenn man das alles aus diesem Blickwinkel betrachtet, ist klar, dass wir in Röschenz ein Haufen naiver Bauern sind, inklusive eines ebensolchen Tankwartes, die nicht die geringste Ahnung von der verantwortungsvollen Aufgabe eines Bischofs in unserer Universalkirche haben, geschweige denn vom Codex Iuris Canonici.

Das mag man durchaus so sehen.

ABER:

Wir haben etwas ganz Besonderes. Etwas, das fast alle hier haben:

Ein Gewissen
Eine Verantwortung
Und eine Verfassung

Fangen wir mit dem Gewissen an.

Stellen Sie sich vor, Ihr Vater erhielte eine anonyme Meldung, dass Sie ein schweres Verbrechen vergangen hätten. Was würden sie von ihm, von der Person, zu der Sie absolutes Vertrauen haben sollen, erwarten?

Erstens: dass er die Quelle prüft, ob überhaupt etwas daran sein kann.
Zweitens: dass er Sie informiert.
Drittens: dass er versucht, den Vorwurf so schnell wie möglich und im Rahmen der geltenden Gesetze zu klären.

Richtig? Ich denke ja.

Nun gibt Ihr Vater statt einer schnellen Klärung erst einmal ein Gutachten in Auftrag, das feststellen soll, ob Sie zu einem solchen Verbrechen überhaupt in der Lage sind.
Sie werden erstaunt sein, sich dann aber freuen, schliesslich können Sie so Ihre Unschuld beweisen, und man umgeht die Polizei mit allen damit verbundenen Unannehmlichkeiten.

Wenn dann die erste Frage des Gutachters ist, ob Sie sein Buch schon gelesen hätten, werden Sie sicherlich stutzig. Und spätestens wenn Sie den Eindruck gewinnen, dass der Gutachter nicht Ihre Unschuld, sondern Ihre Schuld beweisen soll, wird das mit dem Vertrauen zu Ihrem Vater schon ein eher schwieriges Kapitel.

Lassen Sie jetzt noch ein zweites Gutachten erstellen, welches dann absolut positiv ausfällt, und wird dieses dann von Ihrem Vater einfach rundweg abgelehnt, dürfte sich das mit dem Vertrauen wohl erledigt haben.

Nun, während Ihr Leben in einem dauernden Zustand vermuteter Schuld über mehr als ein Jahr weitergegangen ist, schreibt Ihr Vater in einem Zeitungsartikel, was für ein herrlicher Vater er doch sei, welch vornehme Aufgaben er zu erfüllen habe und wie sehr er sich doch für seine Söhne einsetze (Töchter sind in diesem Beispiel leider verboten).

Was passiert jetzt, wenn Sie diese Sicht der Dinge korrigieren? Wenn Sie Ihrem Vater widersprechen? Wenn Sie dies öffentlich tun, weil er sich ja auch öffentlich geäussert hat und Sie zudem nicht mehr das geringste Vertrauen darauf haben, in einem Gespräch unter vier Augen ernst genommen zu werden, nachdem Ihr Vater Ihnen sogar ein schwerwiegendes Verbrechen zumuten würde?

Haben SIE einen Vertrauensbruch begangen? Haben SIE das Vertrauen zerrüttet?

Damit sind wir bei unserem Gewissen.

Der Kirchenrat kannte diese Geschichte von Anfang an. Vor diesem Hintergrund war und ist es uns definitiv nicht möglich, eine Schuld von Franz Sabo an diesem zerrütteten Vertrauensverhältnis anzuerkennen.

Wenn aber nicht Franz Sabo für diesen Vertrauensbruch verantwortlich ist, warum soll er dann die Konsequenzen tragen? Warum sollte seine Existenz in seiner Wahlheimat beendet werden, wenn er sogar über bald zwei Jahre trotz des Damoklesschwertes der Schuldvermutung, das über ihm schwebte, seine Arbeit zur vollsten Zufriedenheit seiner Kirchgemeinde verrichtete?

Alleine vor unserem eigenen Gewissen wäre eine Kündigung von Franz Sabo absolut unmöglich gewesen. Wir hätten einen Menschen geopfert, der bereits seit über 2 Jahren durch Denunziation, Verleumdung und den Druck seiner eigenen Bistumsleitung in Solothurn unter einem unvorstellbaren Druck stand, gleichzeitig aber all seine Kraft für unsere Kirche, unsere Menschen eingesetzt hat.

Dies ist vor unserem Gewissen NICHT MÖGLICH.


Kommen wir zur Verantwortung.

Wir waren und sind uns unserer Verantwortung als öffentlich-rechtliche Körperschaft bewusst. Unserer Kirchgemeinde gegenüber genau so wie der Landeskirche, vor allem aber auch der katholischen Kirche insgesamt und damit dem Bistum.

Wären wir das nicht, hätten wir ein paar Bauern, den Tankwart und einige Mistgabeln ins Auto gepackt und hätten kurzerhand gezeigt, wo uns der Schuh drückt.

Haben wir aber nicht:

Wir tragen Verantwortung. Und wir nehmen sie ernst. Daher haben wir von Beginn an versucht, dem Bischof respektive seinem Vertreter klar zu machen, dass nur eine Lösung, mit der am Ende beide Seiten leben können, dem Wohl beider Seiten dienen kann.

Beide Seiten bedeutet ganz klar:
Wir mussten einen Weg finden, der uns unseren Pfarrer, unser Kirchenleben erhalten würde. Aber gleichzeitig sicherstellen, dass unser Bischof respektive sein Vertreter einerseits nach Aussen hin eine Rücknahme des Entscheids vertreten könnte, gleichzeitig aber auch sicher sein würde, in Zukunft keine Probleme mehr mit uns oder unserem Pfarrer zu bekommen.

Das Problem war ja, dass es in diesem Fall keine salomonische Lösung geben konnte, oder ein Treffen in der Mitte, wie das bei Lohnverhandlungen möglich ist: 50% Sabo geht nicht, das überlebt er rein medizinisch nicht. Entweder bleibt er, oder er geht.

Damit war eine Abwägung verknüpft: wer trägt die Folgen? Wenn Sabo geht, ist unser aktives Kirchenleben fertig, vorbei, aus. Bleibt er, ändert sich für das Bistum jedoch nichts. Die Folgen eines Entscheids sind daher ausschliesslich durch uns zu tragen.

Insofern sehen wir unser Anliegen gerechtfertigt, zumal wir ganz klar trotz der Gutachten-Geschichte dem Bischof die Möglichkeit geben wollten, sein Gesicht zu wahren.

Dazu gehörte auch, dass wir auf Franz Sabo massiv Einfluss genommen haben. Er war bereit, an der Chrisam-Messe sein Weiheversprechen öffentlich zu wiederholen. Sein Zusatz, "wenn sich bis dahin Vertrauen gebildet hat" ist unter den zuvor genannten Rahmenbedingungen wohl nur allzu verständlich.

Umgekehrt erwarteten wir auch vom Bischof ein Eingeständnis, nicht alles richtig gemacht zu haben, um Franz Sabo eine Versöhnung mit ihm zu ermöglichen. Dabei hätte das Eingeständnis genügt, nicht mit der Gemeinde im Gespräch geblieben zu sein, wie Bischof Koch das 2003 versprochen hatte. Mehr nicht, auch nicht im Bezug auf die Gutachten.

Weiter hatten wir bei unserem letzten Gespräch in Solothurn ebenfalls zugesichert, als Arbeitgeber von Franz Sabo dafür zu sorgen, dass nach einer Einigung keine verunglimpfenden Äusserungen in den Medien mehr auftauchen würden.

Ich denke, dass wir alles, aber auch wirklich alles in unserer Macht stehende getan haben, um dem Bistum eine faire Lösung zu ermöglichen.

Trotz der Gutachten. Trotz des Vertrauensbruchs durch die Bistumsleitung. Trotz der gesetzeswidrigen Weitergabe persönlicher Informationen an den Denunzianten.

Das verstehen wir unter Verantwortung:

Nicht RECHT HABEN. Sondern eine Lösung erzielen, die in unserer Gemeinde genau wie im Bistum und unserer Kirche nach allem, was vorgefallen war, insgesamt den geringstmöglichen Schaden anrichtet. Eine Lösung, mit deren Folgen wir unsere Verantwortung in der Gemeinde wahrnehmen, aber auch unserer Bistumsleitung die Wahrung ihrer Interessen ermöglicht.

Sie wissen, wie es ausgegangen ist. Mit einer Wand zu reden wäre wohl fruchtbarer und weniger demütigend gewesen. Unser Bischof ist immer noch nie in Röschenz gewesen. Hat noch nie ein Gespräch mit uns geführt, bei dem es einmal nicht nur um SEINE Verantwortung, SEINE Verletztheit, SEIN seelisches Befinden gegangen wäre.

Wir haben mehr getan als unsere Verantwortung wahrzunehmen. Wir hätten indirekt, durch Tolerierung, Mitverantwortung übernommen für mögliche Verstösse gegen Treu und Glauben durch die Bistumsleitung, genauso wie wir direkte Verantwortung für das Verhalten unseres Pfarrers übernommen haben.

Warum? Ganz klar: um eine langfristige Lösung zu erzielen, um uns den Priester und dem Bistum die Autorität zu erhalten.

Verantwortung heisst nicht, einfach nur dem Buchstaben des Gesetzes zu folgen, welchem auch immer.
Verantwortung heisst in diesem Fall in erster Linie, den Schaden für alle zu begrenzen, und vor allem eine Lösung zu ermöglichen.

Nun werden sich einige unter Ihnen fragen, wie dieser Anspruch denn mit den ganzen Medienspektakel zusammenpasst, das wir dabei ausgelöst haben.

Nun, ohne die Medien wären wir jetzt nicht hier. Ohne die Medien haben wir kein, absolut kein Gehör. Und im Bistum nicht einmal ein Recht auf Anhörung.

Sie alle kennen die Erklärung der Luzerner Synode. Kennen Sie auch die Erklärung der Aargauer Synode vom Ende der 90er Jahre, die damals schon dieselben Forderungen stellte? Wahrscheinlich nicht. Denn die Erklärung der Aargauer Synode wurde auf dem "normalen" Weg an die Kirchenoberen weitergeleitet. Ohne Medienrummel, ohne öffentliche Information. Heute verstaubt sie in den Regalen des Bistums und der Nuntiatur.

Die Erklärung der Luzerner Synode dagegen kennen Sie. Und wollen ihr Gehör verschaffen. Warum? Weil die Medien einbezogen wurden. Nicht rein zufällig. Sondern genau um zu verhindern, dass es ihr wie der Aargauer Erklärung geht.

Die Medien. Offenbar die Verkörperung des Bösen, könnte man meinen.

Dabei sind unabhängige Medien ein tragender Pfeiler unserer demokratischen Gesellschaft. Sie sind ein Kontrollorgan. Diese Rolle ist sogar in der Bundesverfassung festgelegt.

Und ein Kontrollorgan ist genau das, was die Bistumsleitung fürchtet.


Und damit wären wir bei der Verfassung.

Natürlich haben wir nicht nur eine Verfassung. Das macht die Sache ja auch so kompliziert.

Wir haben zuerst einmal die Landeskirchenverfassung. Durch diese Verfassung sind Sie legitimiert. Und durch diese Verfassung ist auch die Landeskirche selber legitimiert.

Offensichtlich findet auch unsere Bistumsleitung, dass die Landeskirchenverfassung eine gute Sache ist, schliesslich beruft sie sich ja in dem "Brief von Bischof Kurt Koch an alle Seelsorgenden des Bistums zur Sache Röschenz" vom 23. Oktober darauf und fordert Sie alle hier auf, uns ordentlich zu massregeln.

Seltsam ist nur, dass derselbe Bischof einen anderen Teil dieser Verfassung ausdrücklich nicht zur Kenntnis nehmen will:

Unter § 13, Absatz a steht dort wörtlich, "Sie (die Landeskirche, Anm. des Verf.) vertritt die konfessionellen Anliegen der römisch-katholischen Bevölkerung gegenüber staatlichen und kirchlichen Behörden". Zitat Ende.

In seinem Schreiben an uns vom 19. April 2005 bestätigt Bischof Kurt Koch dagegen wörtlich:

"Nicht einverstanden kann ich freilich mit Ihrem weiteren Vorschlag sein, die Landeskirche auch als Vermittlungsinstanz zwischen der Kirchgemeinde Röschenz und mir als Bischof vorzuschlagen. Wenn Sie in einem Konflikt zwischen der pastoralen Verantwortung des Bischofs und einer staatskirchenrechtlichen Institution wieder eine staatskirchenrechtliche Instanz als Vermittlung vorschlagen, zeugt dies in meinen Augen nicht von einer besonderen Sensibilität für das römisch-katholische Kirchenverständnis und auch nicht für mich als Bischof". Zitat Ende.

Und gleichzeitig droht unser sensibler Bischof wiederum in dem bereits erwähnten Brief an die Seelsorger:

"Ich kann nur hoffen, dass der Landeskirchenrat sich seiner Verantwortung und auch der Konsequenzen seines Handelns für das zukünftige Zusammenwirken zwischen der römisch-katholischen Kirche und den staatskirchenrechtlichen Institutionen bewusst sein wird." Zitat Ende.

Nun, bei uns nennt man so etwas Nötigung. Das ist nichts anderes, als wenn die Staatsanwaltschaft Ihnen sagt: Selbstverständlich erkenne ich das Gericht an. Aber ich möchte Sie warnen: wenn dieses Gericht nicht mein Anliegen vertritt, dann schaffen wir eben das Gericht wieder ab.

Fühlen Sie sich dann noch ernst genommen?

Ich möchte hier eines klarstellen: es geht uns in keiner Weise um die Schwächung der Landeskirche, der Landeskirchenverfassung oder des Konkordats. Im Gegenteil:

Es geht uns ausschliesslich darum, dass Regeln immer für beide Seiten gelten:

Dass eine Kirche, die das Privileg der Steuerhoheit geniesst, nicht gleichzeitig die damit einhergehenden Verpflichtungen als notwendiges Übel abtun kann, das man ignoriert oder abschafft, wenn es einem nicht genehm ist.

Ein weiterer Paragraph in der Landeskirchenverfassung bereitet ja ebenfalls Kopfschmerzen:

Die Tatsache, dass für die Anstellung eines Priesters in der Gemeinde die Missio Canonica erforderlich ist.

Nun ist ja bekanntlich die Sache für die Anstellung klar geregelt, aber eben für den Entzug der Missio nicht. Auf die Bewertung der verschiedenen Paragraphen will und kann ich an dieser Stelle nicht eingehen, das hat Herr Professor Hafner bereits sehr viel besser getan.

Es gibt jedoch einen Punkt darin, der uns direkt betrifft:

Wir sollen unserem Pfarrer kündigen. Und dies, obwohl wir der festen Überzeugung sind, dass der Kündigungsgrund vorsätzlich und unmittelbar durch die Bistumsleitung herbeigeführt worden ist!

Mit der Kündigung eines Arbeitsvertrages stehen wir mitten in der schweizerischen Gesetzgebung. Und haben diese als Arbeitgeber wie als Behörde zu beachten. An diesem Punkt handelt es sich also definitiv um keine "innerkirchliche Angelegenheit" mehr.

"Zerrüttetes Vertrauensverhältnis" ist grundsätzlich nicht messbar. Es entspricht einer persönlichen, subjektiven Beurteilung. Und vor allem: es kann vorsätzlich herbeigeführt werden.

Franz Sabo hat seine Arbeit immer zu unserer absoluten Zufriedenheit ausgeführt. Wir haben nicht den geringsten Grund, ihm zu kündigen. Und wir sind uns auf Grund der Sachlage vollkommen sicher, dass das "zerrüttete Vertrauensverhältnis" vorsätzlich von der Bistumsleitung herbeigeführt wurde, um diesen Schritt zu erzwingen.

Dazu kam, dass die Begründungen für den Missio-Entzug ständig ergänzt wurden, z.B. um die Predigt vom Palmsonntag oder die Rede vom 1. August in Sissach.
Nur: der Entzug der Missio ist bereits im Dezember 2004 beschlossene Sache gewesen, die Aussagen von Herrn Grüter am 9. Februar waren eindeutig: der Entzug wird definitiv erfolgen. Alles, was danach kam, kann also nicht ursächlich für diese Entscheidung sein, es sei denn, die Bistumsleitung sei mit der Fähigkeit gesegnet, in die Zukunft sehen zu können.

Damit möchte ich zum Ende kommen.

Alles zusammen lässt sich auf einige wenige Punkte reduzieren:

Die Begründungen für den Entzug der Missio sind nicht stichhaltig, da ein zerrüttetes Vertrauensverhältnis eindeutig vorsätzlich durch das Verhalten der Bistumsleitung herbeigeführt wurde in der Art und Weise, wie mit anonymen Vorwürfen unserem Pfarrer gegenüber umgegangen wurde.

Der Kirchgemeinderat von Röschenz hat mit einem immensen zeitlichen Aufwand alles in seiner Macht stehende versucht, um über Dialoge einen Kompromiss zu erzielen, der trotz der Vorgeschichte um die Verleumdung auch dem Bischof eine anständige, vertretbare Lösung ermöglicht hätte, ohne dass die Kirchgemeinde den Pfarrer verlieren würde.

Der Kirchgemeinderat hat damit in dem Spagat zwischen Kirchenrecht und staatlichem Recht versucht, jeder Seite so weit als möglich zu entsprechen, und damit auch seiner Verantwortung gegenüber beiden Rechtssystemen nachzukommen. Wir haben mit Franz Sabo immer eine volle Kirche gehabt. Wir haben Menschen in die Kirche geholt, die zuvor nie mehr gegangen sind. In die katholische Kirche, wohlgemerkt! Während um uns herum die Gotteshäuser leerer und leerer werden, haben wir ein aktives Kirchenleben. Was machen wir falsch?

Auch Kirchenräte haben ein Gewissen. Angesichts der Sachlage und Vorgeschichte war und ist es uns nicht möglich, die Existenz eines Menschen zu opfern. Zu opfern, um einen Schein zu wahren, der jeder christlichen Wertvorstellung, ja jedem menschlichen Anstand widerspricht.

Wir haben Fehler gemacht. Im Dialog. In der Öffentlichkeitsarbeit. Und auch im Umgang miteinander.

Dennoch sind wir der Ansicht, dass die ganze Situation ursächlich und unmittelbar durch Inkompetenz, fehlende Dialogfähigkeit, Überheblichkeit und eine vollkommene Ignoranz gegenüber unserem allgemein geltenden Rechtsverständnis und unserer Wertevorstellung durch die Bistumsleitung herbeigeführt wurde.

Wir haben nur einen Wunsch: die vollständige und bedingungslose Wiederherstellung der persönlichen und beruflichen Integrität unseres Priesters Franz Sabo. Die vollständige und bedingungslose Rücknahme von Suspendierung und Entzug der Missio.

Dies ist nicht nur für unser Dorf wichtig. Dies ist wichtig für die Glaubwürdigkeit der gesamten römisch-katholischen Kirche in unserem Land.

Vielen Dank

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