Kirchgemeinde Röschenz

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St.Anna



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Die abwechslungsreichen Geschichten unseres Generalvikars Roland B. Trauffer

Der Konflikt um den Verbleib unseres Pfarrers Franz Sabo mündet hoffentlich bald in einem direkten Gespräch zwischen Vertretern der Kirchgemeinde Röschenz und unserem Bischof. Die Vorbereitung des Gespräches erfolgt wie vereinbart im Stillen, es dient niemandem, wenn dieses Gespräch bereits vorher in der Öffentlichkeit geführt wird.

Seit der Kirchgemeindeversammlung in Kleinlützel müssen wir jedoch voll Erstaunen feststellen, dass unser aller Generalvikar Dr. Roland B. Trauffer sich zunehmend öffentlicher über Gründe und Hintergründe des Entzugs der Missio von Pfarrer Franz Sabo äussert. Unser Erstaunen rührt vor allem daher, dass es unser Generalvikar mit der Wahrheit nicht so genau nimmt, was wohl vor allem dem Zwecke dient, Zweifel zu säen, wo man über keine Fakten verfügt.

Dazu kommt, dass auch von Seiten der Landeskirche und der Synode, in der wir als Kirchgemeinde selber vertreten sind, sehr schnell ein einseitiger Verstoss gegen die Verfassung der Landeskirche festgestellt wurde, sich aber offenbar niemand traute, unseren Bischof auch auf seine Pflichten bzw. seine Versäumnisse hinzuweisen.

Auf Grund dieser Entwicklung halten wir es nun doch für notwendig, den Verlauf der Erzählungen unseres Generalvikars Dr. Roland B. Trauffer im Zusammenhang darzustellen, damit sich die Schäfchen unserer Hirten selber ein Bild machen mögen vom Wind, der in den Mauern des Solothurner Bischofssitzes weht.

Als erstes behauptet unser Generalvikar, Pfarrer Sabo würde die Gemeinde spalten, er solle besser jetzt und von sich aus gehen, damit wieder Frieden im Dorf einkehre. Erstens steht es einem Herrn Trauffer nicht zu, eine Beurteilung über den Frieden in unserem Dorf abzugeben, zumal sein Bischof entgegen seinem Versprechen seit dem Jahr 2003 nicht das Geringste unternommen hat, um mit der Kirchgemeinde oder dem Pfarrer ins Gespräch zu kommen und so selber für Frieden zwischen uns und dem Bistum zu sorgen. Zweitens ist dieser Vorwurf mit dem Ergebnis der Kirchgemeindeversammlung vom 12. April sofort verstummt.

Jetzt setzte unser Generalvikar das Gerücht in die Welt, Pfarrer Sabo habe bereits in seinem Heimatbistum Bamberg Schwierigkeiten gehabt. Die Nachfrage sowohl des Kirchgemeinderates als auch der Medien in den Pfarreien, in denen Pfarrer Sabo wirkte, ergab genau die gegenteilige Information. Und selbst der dortige Generalvikar Alois Albrecht verurteilte zwar derb die jetzigen Vorgänge, konnte aber aus der Zeit Pfarrer Sabos in seinem Bistum nichts Negatives berichten (zumal er beim Wechsel unseres Pfarrers in die Schweiz seine Funktion als Generalvikar gerade erst angetreten hat). Nachdem wir ihn über den tatsächlichen Ablauf informiert hatten, äusserte er sogar sein Entsetzen darüber, wie man die Geschichte so weit habe eskalieren lassen können.

Nach der Röschenzer Kirchgemeindeversammlung wiederholt unser Generalvikar penetrant, dass Vertreter des Bistum ja gar nicht haben teilnehmen dürfen und die Gläubigen daher den "wahren Sachverhalt" nicht haben erfahren können. Auch dies entspricht nicht der Wahrheit. In einem Telefongespräch am 8. April hat Herr Trauffer unserem Präsidenten Holger Wahl, mitgeteilt, dass er gar nicht teilnehmen könne, selbst wenn wir ihn einlüden, da er zu dem Zeitpunkt abwesend sei. Dazu kommt, dass er bereits an unserem Treffen vom 17. März ausreichend Gelegenheit hatte, den Standpunkt des Bistums zu vermitteln, und dabei ausdrücklich mehrfach festgehalten hat, dass es keine andere Möglichkeit als den Entzug der Missio gäbe. Da wir als Kirchgemeinde keinerlei Gelegenheit hatten, vor der Entscheidung des Bischofs unsere Meinung zu äussern, empfinden wir es als Unverschämtheit, sich selber diktatorisch zu gebärden, aber gleichzeitig demokratische Rechte einzufordern, solange es nur zum eigenen Vorteil ist. Aus diesem Grunde wurde dann auch kein Vertreter des Bistum eingeladen. Dass es auch nichts am Ergebnis geändert hätte, war sehr deutlich in Kleinlützel zu sehen, wo das Bistum ja in ausreichender Zahl vertreten war, der "wahre Sachverhalt" offenbar jedoch nicht wahr genug war, als dass es jemanden zum Umdenken hätte bewegen können.

Als neuesten Vorwurf bekommen wir zu hören, dass Pfarrer Sabo die Hierarchie der Kirche an sich in Frage stelle und ihm die Position eines Bischofs egal wäre. Dies ist schlicht erfunden, Pfarrer Sabo hat sich lediglich darüber geäussert, dass es ihm egal sei, ob die Missio im Mai oder im September entzogen würde, das ändere nichts an der Unverhältnismässigkeit dieses Schrittes. Pfarrer Sabo hat die fundamentalen Glaubensfragen niemals in Zweifel gezogen. Auch hat er die Hierarchie der Kirche nicht grundsätzlich in Frage gestellt. Er hat, wie wir auch, mehr demokratische Strukturen in der Kirche gefordert und dazu aufgerufen, die Stimme der Gläubigen zu hören und diese ernst zu nehmen. Seine und unsere Kritik bezieht sich vornehmlich auf die Amtsführung unserer Hirten, insbesondere die unseres Generalvikars:
Auf den Leserbrief im Pfarrblatt weist der Bischof nicht nur die Entschuldigung zurück (soviel zur Barmherzigkeit eines Kirchenfürsten), sondern reagiert ohne Rücksprache mit dem Rauswurf. Er hält sich nicht an seine Zusage von 2003, mit dem Kirchgemeinderat und dem Pfarrer das Gespräch zu suchen. Für Gespräche mit Gläubigen, wie es in Laufen der Fall war, werden die Fragen im Voraus bekannt gegeben, die nicht gestellt werden dürfen. Er spricht nie direkt mit uns, weder mit dem Kirchgemeinderat noch mit den Gläubigen, und kommt in keinster Weise seiner in der Verfassung verankerten Pflicht nach, für Frieden in der Kirche zu sorgen. Im Gegenteil, er ignoriert vollkommen den eindeutigen Wunsch der Kirchgemeinden und greift nebenher noch den Bischof einer anderen Landeskirche auf offenbar unflätige Weise an. Der Entscheid des Entzugs der Missio wird ohne jede Rücksprache, ohne ein einziges Gespräch mit dem Kirchgemeinderat oder dem Pfarrer selber gefällt. Und zu guter Letzt lässt er einem Generalvikar freie Hand, der öffentlich vor der Kirchgemeinde Kleinlützel behauptet, wenn er hier stehe, so sei das das selbe, als wenn der Bischof persönlich hier stehe. Nach unserer Auffassung ist ein Vertreter immer noch ein Vertreter, und keine Kopie des Bischofs. Und genau dieser unser aller Generalvikar darf ebenfalls öffentlich seine Mitbrüder beschimpfen, ohne dass dies in irgendeiner Form Konsequenzen hat.

Macht ist eine Frage der Autorität, nicht des Amtes. Wenn nur noch das Amt zählt, so ist das Machtmissbrauch. Und Autorität erhält auch ein Bischof in erster Linie durch sein Handeln. Aus früheren Publikationen unseres Bischofs wissen wir, dass er ein Mann mit Prinzipien, Verantwortungsbewusstsein und einem ausgeprägten Sinn für Gerechtigkeit ist. Wir können nicht beurteilen, ob nur Generalvikar Trauffer zu uns spricht, oder ob das, was passiert ist, wirklich die persönliche Meinung des Bischofs wiederspiegelt. Wir hoffen, in einem direkten Gespräch mit unserem Bischof darüber Klarheit zu erhalten und einen Weg aus der Situation zu finden, mit dem allen gedient ist.

Wir halten uns an unsere Zusage, über die Gesprächsvorbereitungen keine Angaben in der Öffentlichkeit zu machen. Wir sind davon überzeugt, dass eine für beide Seiten tragbare Lösung nur im Gespräch erreicht werden kann. Wir können es jedoch nicht akzeptieren, dass wir und unser Pfarrer von Seiten unseres Generalvikars weiter mit Verleumdungen und Verdrehung von Tatsachen durch den Schmutz gezogen werden.

Der Kirchgemeinderat der röm.-kath. Kirchgemeinde Röschenz

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